Samstag, 17. November 2018
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Kolumnen

Die kastrierte Hymne

Das musste ja kommen. Nachdem die Österreicher bereits vor einigen Jahren per Erlass den Text ihrer Nationalhymne verändert hatten, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland jemand fordern würde, die dritte Strophe des „Liedes der Deutschen“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zu ändern und von allen „Vätern“ und „Brüdern“ zu reinigen. Dieser Jemand – oder soll ich sagen: diese Jemandin – ist gefunden. Es ist die Gleichstellungsbeauftragte des Familienministeriums, Kristin Rose-Möhring. Wie heute in den Zeitungen zu lesen stand, will sie „Vaterland“ in „Heimatland“ abgeändert sehen und „brüderlich“ in „couragiert“.

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Steht vor „bis“ ein Komma?

Frage einer Freundin aus Münster: Lieber Bastian, es gibt eine interessante Frage, die selbst die geballte Münsteraner Intelligenzia nicht zufriedenstellend zu lösen vermag. Es handelt sich um das rot markierte Komma in obigem Auszug aus Wikipedia, hinter „Tätowierungen und Ziernarben“. Also habe ich kühn versprochen, ich würde dich fragen. Was ich hiermit einlöse. Ich wär definitiv für das fragliche Komma, kann‘s aber nicht begründen.

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Weihnachten mit Schwein und Kaninchen

Weil sie beide allein waren, beschlossen das Schwein und das Kaninchen, in diesem Jahr Weihnachten zusammen zu feiern. „Ich mache uns Möhrenlasagne“, sagte das Kaninchen. Das war ein großartiger Vorschlag, denn Kaninchens Möhrenlasagne war berühmt. „Und ich mache uns einen Punsch mit Fliederbeersaft und Äpfeln“, sagte das Schwein. „Und dazu noch  Grießklöße!“ Mmmh! Das versprach ein leckeres Fest zu werden.

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Woher kommt das „d“ in „morgendlich“?

Eine Leserin aus München fragte sich, warum es „morgendlich” mit „d“ heißt. Bei „abendlich“ sei es ja klar, weil es vom „Abend“ komme. Aber „morgendlich“ komme ja nicht vom „Morgend“, oder? Was also hat das „d“ dort zu suchen? Grund genug für den Zwiebelfisch, sich ein paar Gedanken über Analogien und Adjektive auf -endlich zu machen.

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Lieder im Wandel der Zeiten

Der Kirche und der Musik bin ich seit meiner frühesten Kindheit verbunden. Mit fünf Jahren – ich konnte noch nicht lesen, geschweige denn Noten lesen – durfte ich dem Kirchenchor meiner Heimatgemeinde Ratekau beitreten. Ich hielt ihm die Treue weit über den Stimmbruch hinaus bis zum Abitur. In diesen Jahren lernte und sang ich mit Begeisterung unzählige Kirchenlieder und Choräle. Eines meiner Lieblingslieder war „Großer Gott wir loben dich“. Das ging damals noch so:

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Für oder gegen Husten?

Eine Leserin aus Duisburg wollte von mir wissen, ob es richtig sei zu sagen, Hustensaft sei ein Saft für den Husten und Schmerztabletten seien Tabletten für den Schmerz. Denn genau genommen sollen diese Mittel den Husten und den Schmerz ja bekämpfen, daher müsse es doch richtig heißen: Saft gegen Husten und Tabletten gegen Schmerzen. Ein Nasenspray sei zwar eindeutig ein Spray für die Nase, doch ein Erkältungsbad sei ein Bad gegen die Erkältung.

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Ab in den Urlaub!

Die Flüge sind gebucht, die Koffer gepackt, jetzt geht es Richtung Sonne: Spanien, Italien, Griechenland oder Türkei – als Deutscher fühlt man sich inzwischen fast überall wie zu Hause. Denn überall wird man auf Deutsch begrüßt und informiert. Oder jedenfalls in einer Sprache, die so ähnlich klingt wie Deutsch. Wer die Übersetzungen auf Hinweistafeln und Speisekarten studiert, wird nicht selten mit abenteuerlichen Wortschöpfungen belohnt. Allein dafür hat sich mancher Urlaub schon gelohnt.

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Leserfrage zu einem Top-Thema

Frage einer Leserin: Lieber Herr Sick, ich arbeite als Lektorin für einen Verlag, der u. a. Wassersportmagazine publiziert. Ein großartiger Job, der mich jedoch manchmal an meine Grenzen bringt. Beispielsweise dann, wenn die englischaffine Funsportszene versucht, Jugendslanghipsterdeutsch mit neuerdings herrschenden „LAY OUT VOR LIE BEN“ sowie englischen Marketingtexten zu kombinieren.

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