Donnerstag, 23. November 2017
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Zwiebelfischchen

Zusammen oder auseinander?

Kein Bereich der Rechtschreibung ist von so viel Verunsicherung gekennzeichnet wie die Zusammenschreibung. Man schiebt es gern auf die Rechtschreibreform, doch die tat nur ihr Übriges. Statt im Wörterbuch nachzuschlagen, verlassen sich heute immer mehr Menschen auf die Rechtschreibprüfung ihres Computers. Doch die kann nicht wissen, dass „Bauern Wecken“ ein Gebäck und keine landwirtschaftliche Wachrüttelaktion ist und dass es beim „Außer Hausverkauf“ nicht um Immobilien geht. So entstehen immer weitere Wort Lücken, die dem Geschriebenen nicht selten einen neuen (Un-) Sinn geben.

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Wem die Stunde schlägt

In Kindertagen zog man einander gern mit der albernen Frage auf: »Was ist das? Es hängt an der Wand, macht ticktack, und wenn es runterfällt, ist die Uhr kaputt.« Dann wurde man größer und erkannte: Der sprachliche Umgang mit der Uhr ist kein Kinderspiel. Seit Urzeiten bereiten die Uhrzeiten Probleme. Manchmal tickt die Rechtschreibung nicht richtig, dann schlägt es 13 und Alltägliches wird plötzlich uhrkomisch.

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Sitzt wie angegossen

Kleider machen Leute, daran hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert. Die Mode hingegen ändert sich ständig und mit ihr auch die Sprache, denn neue Kleidungsformen erfordern neue Begriffe. Wörter wie Knickerbocker, Reifrock, Mieder und Schlaghosen gehören längst der Vergangenheit an; zum aktuellen Vokabular zählen Bezeichnungen wie Baggy, Hoodie, Longsleeve und Softshell. Die gibt es in allen erdenklichen Formen, Farben – und Schreibweisen. Für jeden ist etwas Passendes dabei. Hier finden Sie Germany’s next Top-Mode.

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We are the Champignons!

Keine Angst vor Anglizismen! Eine Auswertung des Dudens hat ergeben, dass englische Wörter nur 3,5 Prozent unseres derzeitigen Grundwortschatzes ausmachen. Von einer Überfremdung kann also keine Rede sein. Tatsächlich sind es eher die Briten und Amerikaner, die Grund zur Sorge haben, wenn man bedenkt, was mit ihren schönen Wörtern in anderen Sprachen so alles angestellt wird. Touristen aus dem angelsächsischen Sprachraum dürften in Deutschland nur einen Bruchteil der Wörter wiedererkennen, die wir uns von ihnen geborgt haben. Viele davon erkennen wir ja selbst nicht mehr.

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Nicht gesucht und doch gefunden

Das Studium von Kleinanzeigen hat schon vielen Generationen Vergnügen bereitet. Und seit die Zeitungsredaktionen keine Korrekturleser mehr beschäftigen, ist es ein noch größeres Vergnügen geworden, denn dank der ungebändigten Rechtschreibung stößt man auf Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte.

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Auch das Umfeld zählt

Eine fehlerfreie Anzeige zu gestalten, ist heute schon fast eine Kunst. Eine andere Kunst ist es, die Anzeige so zu platzieren, dass die Werbebotschaft nicht missverständlich wird. Auf der Titelseite einer Boulevardzeitung zu werben, ist nicht nur teuer, sondern auch höchst riskant, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Anzeige in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wörtern wie „gemein“, „brutal“, und „Horror“ landet. Aber auch in seriösen Medien kann man böse Überraschungen erleben. Das spektakulärste Beispiel bot der Umschlag des „Spiegels“ nach den Anschlägen vom 11. September. Auf der Vorderseite sah man, wie das zweite Flugzeug gerade ins World-Trade-Center einschlug, auf der Rückseite eine ganzseitige Werbung der Zigarettenmarke „Lucky Strike“, was übersetzt so viel wie „Glückstreffer“ heißt. Nebeneinander erzeugten die beiden Seiten eine äußerst makabre Aussage.

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Von Karlfreitag bis Oktobert

Der Kalender hat viele besondere Tage: Feiertage, Eiertage und Freiertage. Da können Ostern und Pfingsten schon mal zusammenfallen. In manchen Jahren geht der Sommer bis September, manchmal auch nur bis Augsburg. Danach künden Ernie und Oktobert den Herbst an.

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Ganz schön ausgepufft

Der Mensch und sein Auto – eine bedeutsame Partnerschaft. Die Wahl des Automodells und der praktizierte Fahrstil sagen mehr aus, als man durch Intelligenz- und Persönlichkeitstest je über einen Menschen in Erfahrung bringen könnte. Zwischen sicherer Bedienung der Gangschaltung und sicherer Bedienung der Rechtschreibung konnte indes noch kein Zusammenhang festgestellt werden. Darum zählen Blechschäden nach wie vor zum Alltag – sowohl auf der Straße als auch in der Sprache.

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Verben im Wandel der Zeiten

Im Englischunterricht mussten wir unregelmäßige Verben pauken: do, did, done; go, went, gone; take, took, taken; shake, shook, shaken. Besonders gut zu merken waren die Formen von „to put“, klangen sie doch wie der Lockruf auf einem Hühnerhof: put, put, put! Doch ich liebte es, wenn sich der Stammlaut in Vergangenheit und Perfekt veränderte: „blow, blew, blown“, „drink, drank, drunk“ – das war in meinen Ohren wie Musik. Auch das Deutsche hat in dieser Hinsicht einiges an Musikalität zu bieten: von „binden, band, gebunden“ über „stinken, stank, gestunken“ bis „zischen, zusch, gezoschen“. Ach, das Letzte kennen Sie nicht? Dann lesen Sie nur weiter! Auf den folgenden Seiten  bekommen Sie ordentlich eine gezoschen.

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