Dienstag, 27. Juni 2017
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durch/von

Die Präposition „durch“ hat verschiedene Bedeutungen: eine räumliche („durch die Wüste“), eine zeitliche („durch den Winter“) und eine mediale.
Als mediale Präposition zeigt „durch“ an, dass etwas mithilfe von etwas oder jemandem geschieht: Statt „per Kurier“ kann man ein Paket auch „durch Boten“ zustellen lassen, und ein Kranker kann ebenso gut „mittels neuer Medikamente“ wie auch „durch neue Medikamente“ geheilt werden.

Um zu prüfen, ob „durch“ in einem bestimmten Kontext tatsächlich geeignet ist, braucht man es nur gedanklich durch „mittels“ oder „mit Hilfe von“ zu ersetzen. In vielen Fällen zeigt sich dann sofort, dass die Verwendung der Präpositionen „von“ oder „bei“ passender ist.

Die Stadt Dresden wurde im Krieg nicht durch Bomben getroffen, sondern von Bomben getroffen. Getroffen wird man immer nur von etwas, nicht durch etwas. Bei „verwundet“, „getötet“, „zerstört“ geht beides: Man kann sowohl von einer Kugel als auch durch eine Kugel (unter Zuhilfenahme einer Kugel) getötet werden.

Die Aussage „Gesunde Zähne durch tägliches Zähneputzen“ ist korrekt; denn man könnte statt „durch“ auch „mithilfe von“ schreiben, ohne dass der Sinn ein anderer würde.

Aus der Überschrift „Weniger Tote durch Motorradunfälle“ ließe sich indes folgern, dass Motorradunfälle das Leben sicherer machten. Je mehr Motorradunfälle, desto besser! Gemeint ist freilich: „Weniger Tote bei Motorradunfällen“.

Ebenfalls misslich formuliert ist der Hinweis „Betreten durch Unbefugte verboten!“, wie er auf vielen Baustellenschildern zu lesen ist. Grundstücke und Gebäude werden nicht durch Menschen betreten, sondern von denselben. Allerdings ist auch die Anweisung „Betreten von Unbefugten verboten“ missverständlich und daher nicht zu empfehlen. Die beste Lösung lautet einfach: „Betreten für Unbefugte verboten!“. 

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Ein Kommentar

  1. Zitat: „Man kann sowohl von einer Kugel als auch durch eine Kugel (unter Zuhilfenahme einer Kugel) getötet werden.“ Die Formulierung „von einer Kugel“ halte ich für problematisch, weil man nicht von der Kugel, sondern von dem getötet wird, der die Kugel abgefeuert hat.

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