Mittwoch, 22. November 2017
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gerne/gern

Einen Bedeutungsunterschied zwischen „gern“ und „gerne“ gibt es nicht, auch in stilistischer Hinsicht ist kein Unterschied festzustellen – beide Formen gelten als gleichwertig. Die Form mit Endungs-e ist die ältere. Wie bei vielen anderen Wörtern auch hat sich die Endsilbe im Lauf(e) der Zeit in der gesprochenen Sprache verschliffen. Da sich Sprache in einem ständigen, nie endenden Optimierungsprozess befindet, werden Endsilben, die keine grammatische Funktion erfüllen, früher oder später abgestoßen. So hört man heutzutage häufiger „gern“ als „gerne“. Noch deutlicher wird die Entwicklung bei ferne/fern: Heute sieht man kaum noch jemanden „von ferne“ winken, meistens heißt es „von fern“. Mitunter verhält sich Sprache aber auch genau andersherum und lässt Wörter länger werden, ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund gibt. So geschehen mit „allein“, das man oft auch als „alleine“ antrifft, was aber nicht der Standardsprache entspricht. 

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Ein Kommentar

  1. Jetzt müsste das Wort „gern“ noch einen zweiten Kommentar bekommen: Es wird seit längerem als Ersatz für „bitte“ oder „bitteschön“ verwendet.
    Interviews enden oft so, wenn der Reporter oder Moderator sich für das Gespräch bedankt hat.
    Ich für mein Teil würde so antworten, wenn mich jemand zum Schluss fragen würde: Wollen wir nicht mal einen trinken gehen miteinander?“
    Aber mich fragt ja keiner.

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