Dienstag, 27. Juni 2017
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nötig/notwendig

In Verbindung mit „sein“ können die Adjektive „nötig“ und „notwendig“ gleichermaßen stehen:

  • Es ist nicht nötig, dass du mitkommst.
  • Es ist nicht notwendig, dass du mitkommst.

Das Adjektiv „notwendig“ ist allerdings etwas stärker als „nötig“ und verleiht der Aussage oder Frage daher mehr Nachdruck:

  • Ist es nötig (= muss es sein), dass ich mitkomme?
  • Ist es notwendig (= zwingend erforderlich), dass ich mitkomme?

In Verbindung mit „haben“ kann standardsprachlich nur „nötig“ stehen:

  • Wie kommst du darauf, ich hätte Hilfe nötig?
  • Du hast es gerade nötig!

In einigen Regionen hört man bisweilen auch „Das habe ich nicht notwendig“ oder „Der hat’s aber notwendig“. Dabei handelt es sich um Erscheinungsformen des Dialekts oder Soziolekts.

In der Bedeutung „zwangsläufig“ kann wiederum nur „notwendig“ gebraucht werden:

  • Sparen ist die notwendige (nicht: nötige) Konsequenz der Verschuldung.

In zahlreichen anderen Zusammenhängen sind „nötig“ und „notwendig“ jedoch austauschbar. Ob man ein Gesetz für nötig oder für notwendig hält, bleibt sich gleich. Ob sich eine Maßnahme als nötig oder als notwendig herausstellt, bedeutet keinen Unterschied. Und wer ein gewisses dringendes Bedürfnis verspürt, dem bleibt es selbst überlassen zu entscheiden, ob er „nötig muss“ oder „notwendig muss“.

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