Mittwoch, 22. November 2017
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Referenz/Reverenz

Der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail. In diesem Falle ist es ein kleiner unscheinbarer Lippenlaut, der eine große Wirkung hat.
Spricht man ihn weich wie ein „w“, dann ist’s die Reverenz, und die bedeutet „Ehrerbietung“ und „Verbeugung“. Der Königin erweist man eine Reverenz, indem man sich vor ihr verneigt oder einen Hofknicks macht.

Spricht man den Lippenlaut hart, dann wird die Verneigung zur Empfehlung: Referenz bezeichnet eine Art Zeugnis, das man als Empfehlung vorweisen kann. Früher konnte auch die Auskunft gebende Person selbst damit gemeint sein. Meistens wird die Referenz in der Mehrzahl gebraucht: „Hat der Bewerber irgendwelche Referenzen vorzuweisen?“

Wer keine Referenzen vorzuweisen hat, muss dem Personalchef eine sehr kniefällige Reverenz erweisen, wenn er den Job bekommen will.
Die Reverenz gelangte im
15. Jahrhundert in unsere Sprache, eine Übernahme aus dem Lateinischen: „reverentia“ heißt „Scheu“, „Ehrfurcht“ Auch zu finden im englischen „reverend“, mit dem Geistliche angesprochen werden („Hochwürden“). Die Referenz kam erst später ins Deutsche, im 19. Jahrhundert, und zwar aus dem Französischen. „Référer“ heißt „berichten“, „Bericht erstatten“, und damit wiederum ist auch das bei Schülern und Studenten so beliebte (oder gefürchtete) Referat verwandt. 

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