Samstag, 25. November 2017
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Was ist der Unterschied zwischen „von daher“ und „deshalb“?

Hallo Zwiebelfisch, was ist der Unterschied zwischen „von daher“ und „deshalb“? Ist es eine Modeerscheinung? Worin liegt der Unterschied? Für mich klingt „von daher“ pseudoschlau. 

Frage eines Lesers: Hallo Zwiebelfisch, was ist der Unterschied zwischen „von daher“ und „deshalb“? Ist es eine Modeerscheinung? Worin liegt der Unterschied? Für mich klingt „von daher“ pseudoschlau. 

Andreas Schacht

Antwort des Zwiebelfischs: Stilpfleger und Journalistenlehrmeister Wolf Schneider hätte „von daher“ vermutlich als „geschwätzig“ abgetan. Tatsächlich ist es eine überflüssige Wortblähung, das schlichte „daher“ würde genügen. Ein Satz wie „Von daher hat mein Vater nie Verständnis für meine Sammelleidenschaft gehabt“ verliert nicht das Geringste, wenn man ihm das „von“ einfach streicht. Dennoch kann man den Gebrauch des Adverbs „von daher“ nicht generell verdammen. Einerseits lässt er sich damit erklären, dass „von daher“ eine starke rhythmische Ähnlichkeit zum gleichbedeutenden Wort „insofern“ hat; beide bestehen aus drei Silben – und es ist tatsächlich leichter und gefälliger, seine Rede mit einem Dreisilbenwort zu beginnen als mit einem Zwei- oder Einsilbenwort. Andererseits neigt die gesprochene Sprache nun einmal zur Redundanz, sprich zur Wiederholung und Aufblähung. Zusätzliche Silben werden angehängt oder vorangestellt, um sicherzugehen, dass man auch wirklich richtig verstanden wird. Dafür gibt es zahlreiche weitere Beispiele:

auseinander dividieren, lohnenswert, neu renoviert, persönlich anwesend, vollendete Tatsachen, vorprogrammiert, zumindestens, zusammenaddieren

Daher ist es nicht schlimm, wenn jemand – zumindest beim Sprechen – ein „von“ davorsetzt. Im geschriebenen Deutsch allerdings kann getrost darauf verzichtet werden, denn da geht es um Klarheit, und die erreicht man eher mit weniger Silben als mit zu vielen.

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