Dienstag, 25. September 2018
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Kolumnen

Und ewig blüht der Stil

Viele meinen, die sprachliche Qualität der Zeitungen sei  in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Man finde kaum noch einen Artikel ohne Fehler, beklagen sie. Falsch geschriebene Wörter, verrutschte Zeilen, vertauschte Namen, fehlende Satzzeichen, sinnzerstörende Worttrennungen seien an der Tagesordnung. Vielleicht haben sie recht. Doch all der Ärger darüber ist schlagartig vergessen, wenn man inmitten der eintönigen Druckerschwärze eine bunte Blüte entdeckt – denn nichts ist erfrischender, als wenn nüchterner Zeitungsstil plötzlich zu blühen beginnt.  Das kann durch eine ungeschickte Wortwahl entstehen, eine unbeabsichtigte Auslassung oder ein falsch gesetztes Satzzeichen. Manchmal genügt schon ein fehlender Buchstabe.

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seit/seitdem

Foto: Kann man machen, muss man aber nicht. Ein schlichtes „seit“  ist eleganter.   Die Konjunktionen „seit“ und „seitdem“ sind einander zwar sehr ähnlich, doch unterscheiden sie sich, und das nicht nur in der Länge. Die Faustregel lautet folgendermaßen: „Seit“ verweist auf ein Ereignis, das danach genannt wird. „Seitdem“ verweist auf ein Ereignis, das bereits zuvor genannt wurde:

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Krake/Kraken

Der achtarmige Tintenfisch heißt Oktopus oder Krake. Viele halten Krake für ein weibliches Wort. Doch Krake ist männlich. Es heißt also nicht die Krake, sondern der Krake.

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tod-/tot-

„Das Ungezieferproblem wird sich früher oder später todlaufen!“, prophezeite mir ein Freund in einer E-Mail und fügte noch hinzu: „Totsicher!“

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Von Männlein und Weiblein

„Wann ist ein Mann ein Mann?“ Diese Frage stellte sich der  Sänger Herbert Grönemeyer in seinem Lied „Männer“ bereits im Jahre 1984. Seitdem ist die Selbstdefinition für den Mann nicht gerade einfacher geworden. Die Frau hat mächtig aufgeholt und ihm manche Domäne abgetrotzt. Der Kampf der Geschlechter hat unsere Gesellschaft verändert – und damit auch unsere Sprache. Wer sich heute um den richtigen Ton bemüht, muss dabei auch die Tönin berücksichtigen.

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Von riesen Erfolgen und klassen Kämpfen

Einen »riesen Spaß« und ein »wahnsinns Feeling« bescheinigt die Seite holidaycheck.de einem Tanzclub auf Bora Bora. Und auf Facebook schreibt eine Schauspielerin über ihren ersten Auftritt in einem Musical, es sei »ein riesen Vergnügen und eine ganz neue Erfahrung« gewesen. Das ist auf jeden Fall eine ganz neue Form der Rechtschreibung.

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