Samstag, 31. Oktober 2020
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Kolumnen

We are the Champignons!

Keine Angst vor Anglizismen! Eine Auswertung des Dudens hat ergeben, dass englische Wörter nur 3,5 Prozent unseres derzeitigen Grundwortschatzes ausmachen. Von einer Überfremdung kann also keine Rede sein. Tatsächlich sind es eher die Briten und Amerikaner, die Grund zur Sorge haben, wenn man bedenkt, was mit ihren schönen Wörtern in anderen Sprachen so alles angestellt wird. Touristen aus dem angelsächsischen Sprachraum dürften in Deutschland nur einen Bruchteil der Wörter wiedererkennen, die wir uns von ihnen geborgt haben. Viele davon erkennen wir ja selbst nicht mehr.

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Nicht gesucht und doch gefunden

Das Studium von Kleinanzeigen hat schon vielen Generationen Vergnügen bereitet. Und seit die Zeitungsredaktionen keine Korrekturleser mehr beschäftigen, ist es ein noch größeres Vergnügen geworden, denn dank der ungebändigten Rechtschreibung stößt man auf Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte.

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Ich hab den Hals voll!

Ein Leser aus Berlin möchte wissen, ob die Redewendung „den Hals voll haben“ richtig ist oder eher auf einer Verwechslung beruht. Zwiebelfisch-Praktikantin Lisa Kienle hat die Nase ins Wörterbuch gesteckt, bis es ihr zu den Ohren rauskam, und gibt nun aus vollem Halse Auskunft.

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Keine andere Sprache

Ich kann surfen, ich kann joggen, Ich kann mailen, sogar bloggen. Ich kann skypen, Freunde liken, Bilder beamen, Filme streamen.

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Auch das Umfeld zählt

Eine fehlerfreie Anzeige zu gestalten, ist heute schon fast eine Kunst. Eine andere Kunst ist es, die Anzeige so zu platzieren, dass die Werbebotschaft nicht missverständlich wird. Auf der Titelseite einer Boulevardzeitung zu werben, ist nicht nur teuer, sondern auch höchst riskant, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Anzeige in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wörtern wie „gemein“, „brutal“, und „Horror“ landet. Aber auch in seriösen Medien kann man böse Überraschungen erleben. Das spektakulärste Beispiel bot der Umschlag des „Spiegels“ nach den Anschlägen vom 11. September. Auf der Vorderseite sah man, wie das zweite Flugzeug gerade ins World-Trade-Center einschlug, auf der Rückseite eine ganzseitige Werbung der Zigarettenmarke „Lucky Strike“, was übersetzt so viel wie „Glückstreffer“ heißt. Nebeneinander erzeugten die beiden Seiten eine äußerst makabre Aussage.

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Ode an den Konjunktiv

Wär der Konjunktiv wieder in, gebrauchte ich ihn permanent! Ich fühlte mich darin – ganz in meinem Element. Die Energie der Möglichkeit brächte mich auf Trab. Ich würfe die Vergangenheit einfach von mir ab.

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Von Karlfreitag bis Oktobert

Der Kalender hat viele besondere Tage: Feiertage, Eiertage und Freiertage. Da können Ostern und Pfingsten schon mal zusammenfallen. In manchen Jahren geht der Sommer bis September, manchmal auch nur bis Augsburg. Danach künden Ernie und Oktobert den Herbst an.

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Ganz schön ausgepufft

Der Mensch und sein Auto – eine bedeutsame Partnerschaft. Die Wahl des Automodells und der praktizierte Fahrstil sagen mehr aus, als man durch Intelligenz- und Persönlichkeitstest je über einen Menschen in Erfahrung bringen könnte. Zwischen sicherer Bedienung der Gangschaltung und sicherer Bedienung der Rechtschreibung konnte indes noch kein Zusammenhang festgestellt werden. Darum zählen Blechschäden nach wie vor zum Alltag – sowohl auf der Straße als auch in der Sprache.

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