Donnerstag, 21. November 2019
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Kolumnen

Unterzeichnender / Unterzeichner

Unterschriftleistender, Signateur? Eine oft gestellte Frage lautet: Wie bezeichnet man die Person korrekt, die ein Dokument unterzeichnet? Ist es „der Unterzeichnende“, „der Unterzeichnete“ oder „der Unterzeichner“?

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Gibt es richtiger als richtig?

Ein Schüler will wissen, ob sich das Adjektiv „richtig“ steigern lässt. Der Zwiebelfisch kommt zu dem Schluss, dass sich „richtig“ sehr wohl steigern lässt – richtig gut sogar. Das ist vielleicht nicht immer richtig sinnvoll, aber auch nicht richtig verkehrt. Das Absolute ist relativer, als man glaubt. Das gilt sogar für scheinbar unsteigerliche Zustände wie schwanger und tot.

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Verdächtige / Verdächtigte

Worin besteht der Unterschied zwischen einem „Verdächtigen“ und einem „Verdächtigten“? Beide Wörter bedeuten im Prinzip das Gleiche, nämlich dass jemand im Verdacht steht, etwas getan zu haben oder zu planen. Doch gehen diese beiden Wörter auf verschiedene Formen zurück:

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Würde Goethe heut noch leben

Die meisten Menschen, die ich kenne, mögen Gedichte. Meine Schwester kann noch ganze Balladen von Fontane aufsagen. Schade eigentlich, dass das Auswendiglernen von Gedichten im Schulunterricht abgeschafft wurde. Damit kommt uns eine schöne Kulturfertigkeit abhanden. Aber Gedichte stehen offenbar nicht mehr hoch im Kurs. Wer könnte vom Dichten heute noch leben? Zu dieser Frage habe ich kürzlich etwas geschrieben – und zwar ein Gedicht. Genauer gesagt: einen Liedtext. Und den habe ich zusammen mit Joscha Farries und Martin Langer vertont, und Annika Trosien hat ihn illustriert.

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Verben im Wandel der Zeiten

Im Englischunterricht mussten wir unregelmäßige Verben pauken: do, did, done; go, went, gone; take, took, taken; shake, shook, shaken. Besonders gut zu merken waren die Formen von „to put“, klangen sie doch wie der Lockruf auf einem Hühnerhof: put, put, put! Doch ich liebte es, wenn sich der Stammlaut in Vergangenheit und Perfekt veränderte: „blow, blew, blown“, „drink, drank, drunk“ – das war in meinen Ohren wie Musik. Auch das Deutsche hat in dieser Hinsicht einiges an Musikalität zu bieten: von „binden, band, gebunden“ über „stinken, stank, gestunken“ bis „zischen, zusch, gezoschen“. Ach, das Letzte kennen Sie nicht? Dann lesen Sie nur weiter! Auf den folgenden Seiten  bekommen Sie ordentlich eine gezoschen.

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Es grünt os grün

Ostern steht vor der Tür! Höchste Zeit, der Schuppkarre einen Schups zu geben, in den Ledergarten zu streben, das Moos zu düngen und die bepflanzten Pflanzen zu pflanzen.

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nackt / nackend / nackert / nackig

Foto: Angebot in Berlin-Charlottenburg, eingeschickt von Michael Gohlke Wenn es um den entkleideten Körper geht, zeigt sich unsere Sprache besonders vielseitig.

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Und ewig blüht der Stil

Viele meinen, die sprachliche Qualität der Zeitungen sei  in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Man finde kaum noch einen Artikel ohne Fehler, beklagen sie. Falsch geschriebene Wörter, verrutschte Zeilen, vertauschte Namen, fehlende Satzzeichen, sinnzerstörende Worttrennungen seien an der Tagesordnung. Vielleicht haben sie recht. Doch all der Ärger darüber ist schlagartig vergessen, wenn man inmitten der eintönigen Druckerschwärze eine bunte Blüte entdeckt – denn nichts ist erfrischender, als wenn nüchterner Zeitungsstil plötzlich zu blühen beginnt.  Das kann durch eine ungeschickte Wortwahl entstehen, eine unbeabsichtigte Auslassung oder ein falsch gesetztes Satzzeichen. Manchmal genügt schon ein fehlender Buchstabe.

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