Samstag, 23. März 2019
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Kolumnen

Verben im Wandel der Zeiten

Im Englischunterricht mussten wir unregelmäßige Verben pauken: do, did, done; go, went, gone; take, took, taken; shake, shook, shaken. Besonders gut zu merken waren die Formen von „to put“, klangen sie doch wie der Lockruf auf einem Hühnerhof: put, put, put! Doch ich liebte es, wenn sich der Stammlaut in Vergangenheit und Perfekt veränderte: „blow, blew, blown“, „drink, drank, drunk“ – das war in meinen Ohren wie Musik. Auch das Deutsche hat in dieser Hinsicht einiges an Musikalität zu bieten: von „binden, band, gebunden“ über „stinken, stank, gestunken“ bis „zischen, zusch, gezoschen“. Ach, das Letzte kennen Sie nicht? Dann lesen Sie nur weiter! Auf den folgenden Seiten  bekommen Sie ordentlich eine gezoschen.

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Es grünt os grün

Ostern steht vor der Tür! Höchste Zeit, der Schuppkarre einen Schups zu geben, in den Ledergarten zu streben, das Moos zu düngen und die bepflanzten Pflanzen zu pflanzen.

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nackt / nackend / nackert / nackig

Foto: Angebot in Berlin-Charlottenburg, eingeschickt von Michael Gohlke Wenn es um den entkleideten Körper geht, zeigt sich unsere Sprache besonders vielseitig.

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Und ewig blüht der Stil

Viele meinen, die sprachliche Qualität der Zeitungen sei  in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Man finde kaum noch einen Artikel ohne Fehler, beklagen sie. Falsch geschriebene Wörter, verrutschte Zeilen, vertauschte Namen, fehlende Satzzeichen, sinnzerstörende Worttrennungen seien an der Tagesordnung. Vielleicht haben sie recht. Doch all der Ärger darüber ist schlagartig vergessen, wenn man inmitten der eintönigen Druckerschwärze eine bunte Blüte entdeckt – denn nichts ist erfrischender, als wenn nüchterner Zeitungsstil plötzlich zu blühen beginnt.  Das kann durch eine ungeschickte Wortwahl entstehen, eine unbeabsichtigte Auslassung oder ein falsch gesetztes Satzzeichen. Manchmal genügt schon ein fehlender Buchstabe.

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seit/seitdem

Foto: Kann man machen, muss man aber nicht. Ein schlichtes „seit“  ist eleganter.   Die Konjunktionen „seit“ und „seitdem“ sind einander zwar sehr ähnlich, doch unterscheiden sie sich, und das nicht nur in der Länge. Die Faustregel lautet folgendermaßen: „Seit“ verweist auf ein Ereignis, das danach genannt wird. „Seitdem“ verweist auf ein Ereignis, das bereits zuvor genannt wurde:

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Krake/Kraken

Der achtarmige Tintenfisch heißt Oktopus oder Krake. Viele halten Krake für ein weibliches Wort. Doch Krake ist männlich. Es heißt also nicht die Krake, sondern der Krake.

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tod-/tot-

„Das Ungezieferproblem wird sich früher oder später todlaufen!“, prophezeite mir ein Freund in einer E-Mail und fügte noch hinzu: „Totsicher!“

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