Donnerstag, 21. Oktober 2021

Zwei Fälle reichen

Lieber Herr Sick, gerade habe ich das zweite Buch der Dativplaudereien gehört. Besonders gefallen hat mir der Kasus Verschwindibus, schon allein deshalb, weil ich aus dem Ruhrgebiet (östlicher Rand) komme und deshalb mit diesem besonderen Fall vertraut bin.

Manchmal verschwindet der Genitiv, mal der Akkusativ, manchmal auch der Dativ – der ist aber am wenigsten gefährdet, da er ja in zwei Richtungen seinen Raum erweitern kann. Tja, die Deutschen schwimmen eben ihre Fälle davon – aber bring das ma den Oppa bei! Aber: „Du hast ja auch an alles was auszusetzen“, warf meine Mutter mir vor, wenn mir ihr Gemüse zu weich gekocht war, „das is für Omma ihre Zähne besser so.“

Jedenfalls kenne ich einen Trost: Zwei Fälle reichen, um unsere Sprache aufrechtzuerhalten. Natürlich der Nominativ, und als zweiten schlage ich den Dativ vor: Man kann sich nämlich an allem gewöhnen, auch am Dativ!

Herzliche Grüße aus Bremen,

Angelika Rohwetter

Lesen Sie auch:

Die Sache mit dem Bindestrich

Ein Schüler aus Hamm hat eine Frage zur Schreibweise von Zusammensetzungen mit Eigennamen. Eigentlich ist …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.