Dienstag, 11. Mai 2021

Die reformierte Reform

Am 1. August 2006 trat die Rechtschreibreform endgültig in Kraft. Zuvor war sie noch einmal gründlich zurechtgestutzt worden. Übrig blieb ein Kompromiss, der niemandem mehr weh tut oder wehtut. Denn im Zweifelsfall ist sowohl die alte als auch die neue Schreibung richtig. Das gleiche Theater gab es übrigens vor hundert Jahren schon einmal.

Ein volles Jahrzehnt tobte der Reformationskrieg in Deutschland. Als im Juli 1996 die Vertreter der deutschsprachigen Länder in Wien eine Erklärung über die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung unterzeichneten, sollte damit ein Schlusspunkt unter die Reform gesetzt werden. Tatsächlich kam die Debatte danach erst richtig in Gang, und unter dem Druck der Öffentlichkeit wurde die Reform erneut reformiert – wieder und wieder.

Wenn man bedenkt, dass die Väter der Reform sehr viel radikalere Ideen hatten, dass ursprünglichen Plänen zufolge sogar die Großschreibung von Hauptwörtern abgeschafft werden sollte, dann ist das neue Regelwerk kaum mehr als eine harmlose kosmetische Korrektur der alten Orthografie. Ein Känguru hier, ein Delfin da – damit lässt sich leben. Wer empört ausruft, die Abschaffung des „ph“ sei ein Sakrileg, der sei nur darauf hingewiesen, dass Wörter wie Fotografie und Telefon schon seit vielen Jahrzehnten ohne „ph“ geschrieben werden. Also werden wir uns auch an den Delfin gewöhnen.

Infratest hat eine Umfrage durchgeführt, die zu folgendem Ergebnis kam: Mehr als zwei Drittel der Deutschen (nämlich 68 Prozent) schreiben weiterhin nach den klassischen Rechtschreibungsregeln. Nur 19 Prozent richten sich komplett nach der neuen Regelung, und 12 Prozent verwenden dagegen eine Mischung aus alter und neuer Rechtschreibung.

Diese Angaben setzen freilich voraus, dass die Befragten genau wussten, was alte und was neue Rechtschreibung ist. Daran habe ich so meine Zweifel. Wie oft schon habe ich Briefe bekommen, in denen mir Leser mitteilten, sie würden die Reform einfach ignorieren und bei der alten Rechtschreibung bleiben. Dagegen ist zunächst auch nichts zu sagen, das ist jedermanns Recht, solange er nicht mehr zur Schule geht oder im Staatsdienst arbeitet. Wenn diese Leser aber als Beispiel das Wort „Albtraum“ anführten, das sie immer schon mit „b“ geschrieben hätten, weil es doch nichts mit den Alpen zu tun habe, sondern mit Alben (= Elfen), dann wurde mir klar, dass diese Leser nicht gründlich informiert waren: Denn die Schreibweise „Albtraum“ ist die neue! Nach klassischer Rechtschreibung war allein die Schreibweise „Alptraum“ zulässig; bis zum Inkrafttreten der Reform im August des Jahres 1998 galt die Schreibweise mit „b“ als falsch. Ebenso irren viele Deutsche, die der Überzeugung sind, das Eszett sei durch die Reform komplett abgeschafft. „Freundliche Grüsse“ sind nur in der Schweiz korrekt, und das wiederum schon seit 70 Jahren. In Deutschland schreibt man nach wie vor „Freundliche Grüße“.

Dass man Mayonnaise jetzt auch Majonäse schreiben kann und Ketchup auch mit sch (Ketschup), hat mich nie gestört. Auch platzieren mit „tz“ und nummerieren mit „mm“ hielt ich für akzeptabel. Fremdwörter sind schließlich schon immer eingedeutscht worden. Wer würde heute die Zigarette noch mit „C“ oder das Büro wie im Französischen „bureau“ schreiben wollen? Vor einiger Zeit stöhnte mir jemand vor, er könne die Schreibweise „platzieren“ mit „tz“ nicht ertragen. Das sei doch ein Fremdwort und müsse daher mit „z“ geschrieben werden. Ihm würde es in den Augen brennen, wenn er das sähe! Ich hatte wenig Mitleid mit ihm. Wenn er gegen die Eindeutschung von Fremdwörtern sei, entgegnete ich, warum beharre er dann auf der Schreibweise mit „z“? Früher schrieb man das Wort mit „c“: placieren, denn es kommt vom französischen placer. Die Form „plazieren“ war bereits eine halbe Eindeutschung. Ob ihm halbe Sachen lieber seien als Ganze, habe ich ihn gefragt. Darauf wusste er nichts zu erwidern.

Wenn es Gründe gab, sich über die Reform zu ereifern, dann lagen die nicht in neuen Schreibweisen wie Biografie und Portmonee. Einige Änderungen wurden ja sogar begeistert aufgenommen. Zum Beispiel die Abschaffung der Regel „Trenne nie s-t, denn es tut ihm weh“, für die es keine überzeugende Begründung mehr gab, seit Ligaturen aus der Mode geraten sind. Zahlreiche Befürworter fand auch die neue ss/ß-Regel, die ein Eszett (das sogenannte scharfe „S“) nur noch hinter langen Vokalen und Diphthongen (ei, au, äu, eu) zulässt. Hinter kurzen Vokalen steht indes Doppel-s, auch am Wortende: der Fluss (kurzes u), das Floß (langes o); der Schlosshund (kurzes o), der Schoßhund (langes o), der Strass (kurzes a), die Straße (langes a). Schließlich wurde auch der Beschluss, substantivierte Adjektive in Fügungen wie „im Stillen“, „im Dunkeln“, „im Allgemeinen“ großzuschreiben, willkommen geheißen.

Das wesentliche Problem – und somit erheblicher Nachbesserungsbedarf – zeigte sich auf dem Gebiet der Zusammen- und Getrenntschreibung. Da waren nämlich Wörter „auseinander gerissen“ worden, die in zusammengeschriebener Form nie ernsthafte Probleme bereitet hatten. Der diensthabende Offizier war zum Dienst habenden Offizier degradiert worden, der gutaussehende Schauspieler musste sich mit der Rolle des gut aussehenden Schauspielers abfinden, und die milchproduzierende Wirtschaft war stillgelegt worden und durfte als Milch produzierende Wirtschaft neu anfangen. Die autofahrende Bevölkerung war zur Auto fahrenden Bevölkerung geworden, und die selbstgemachte Konfitüre war plötzlich nur noch als selbst gemachte Konfitüre zu haben.

Die blindwütige Trennung natürlich zusammengewachsener Wörter war es, die schließlich auch die Intellektuellen der Republik gegen die Reform aufbrachte. Weitreichende Maßnahmen sollten nur noch weit reichend sein, grundlegende Veränderungen hingegen grundlegend bleiben – weil „weit“ ein steigerungsfähiges Adjektiv ist, „grund“ hingegen ein „verblasstes Hauptwort“.

Die Reform wollte die Orthografie vereinfachen, stattdessen wurde die Sache immer komplizierter; denn bevor man wissen konnte, ob man zwei Wörter, die zusammen einen neuen Begriff ergaben, getrennt oder zusammenschreiben darf, musste man sich Klarheit über die Wortart verschaffen: Ist der erste Teil ein Adjektiv, wenn ja, lässt es sich womöglich erweitern oder gar steigern? Ist der zweite Teil ein Partizip? Und was ist überhaupt ein Partizip? Die Sache war bald nicht mehr zu durchschauen.

Und so wurde der Protest immer lauter. Intellektuelle wie Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki entrüsteten sich, Zeitungsverlage kündeten die Rückkehr zur alten Schreibweise an, und immer mehr Menschen in Deutschland erklärten sich zu Totalverweigerern der Reform.

Seit 2004 bemühte sich ein 39-köpfiger „Rat für deutsche Rechtschreibung“ unter der Ägide des CSU-Politikers Hans Zehetmair, das drohende Scheitern der Reform abzuwenden. Man versuchte zu retten, was zu retten war, indem man den größten Unfug möglichst diskret wieder rückgängig machte. Der ehemals frischgebackene Ehemann, der seit 1998 ein „frisch gebackener“ Ehemann war, durfte 2004 wieder als „frischgebackener“ Ehemann auftreten. Überhaupt war jetzt sehr viel von „kann“-Bestimmungen und von „sowohl als auch“ die Rede. Das machte es für die Deutschlehrer nicht gerade leichter, half aber, das laute Gezeter der Reformgegner zu dämpfen – ein Kompromiss eben.

Den ersten Modifizierungen folgten weitere. Am Ende blieb von der Reform kaum mehr als ein Reförmchen. Tatsächlich ist unterm Strich das meiste beim Alten geblieben. Und so stellte die „Berliner Zeitung“ treffend fest: „Zehn Jahre hat es gebraucht, um wieder dort anzukommen, wo man aufgebrochen ist.“

Die umstrittenen neuen Schreibweisen wurden teils zurückgenommen, teils durch Wiederzulassung der alten Schreibweisen relativiert. Mit Erleichterung habe ich zur Kenntnis genommen, dass man das Wort „lahmlegen“ jetzt wieder (wie früher) in einem Wort schreiben darf. So wie „stilllegen“, das man ebenfalls in einem Wort schreibt. Mir wollte nie einleuchten, warum man das eine plötzlich getrennt schreiben sollte und das andere nicht.

Mit dem Inkrafttreten der Reform ging eine der längsten Arien der Operngeschichte zu Ende. Und zum Glück keine A-rie der O-perngeschichte, denn die ästhetisch äußerst fragwürdige Entscheidung, einzelne Vokale abtrennen zu dürfen (Bi-omüll, Zwecke-he), ist ebenfalls wieder rückgängig gemacht worden.

Dass die Deutschen die Rechtschreibreform mehrheitlich ablehnen, ist nicht allein mit den Ungereimtheiten zu begründen, die nach der ersten Phase zutage traten. Die ablehnende Haltung der Bevölkerung ist auch auf das Totalversagen der Politik zurückzuführen. Statt offensive Aufklärungsarbeit zu leisten, haben Kommission und Rat hinter verschlossenen Türen getagt. Nur spärlich gelangten Informationen über die Neuordnung an die Öffentlichkeit, und das meistens in kritischen Artikeln der Feuilletons – nichts, was von der Mehrheit gelesen würde. Aber für die hat man sich ohnehin nicht interessiert. Im Fernsehen wurden immer nur Bilder von Schultafeln gezeigt, auf denen links die Wörter „Spaghetti“, „eislaufen“ und „Delphin“ standen und rechts „Spagetti“, „Eis laufen“ und „Delfin“. Das war’s, mehr Volksaufklärung gab es nicht.

Ich hätte es begrüßt, wenn man die neuen Regeln auf handliche Faltblätter gedruckt und als Hauswurfsendung an alle Bürger verteilt hätte – oder wenn man sie an Bushaltestellen plakatiert hätte. Das wäre immerhin praktisch gewesen. Das hundertseitige PDF, das man auf der Internetseite des Rechtschreibrates herunterladen kann, ist es jedenfalls nicht. Die Kulturpolitiker meinten, dem Volk die Entscheidung über die Gestaltung seiner Schriftsprache aus der Hand reißen zu können, und haben es nicht für nötig erachtet, das Volk in angemessener Weise auf dem Laufenden zu halten. Die Rechtschreibreform war für vieles beispielhaft: für einen leidenschaftlich geführten Kulturkampf, für Missmanagement, für absurdes Theater und Demagogie. Sie war kein Lehrstück in Sachen Demokratie.

Die Zukunft unserer Orthografie liegt nicht in den Händen von Politikern und auch nicht in der Duden-Redaktion, sondern in den elektronischen Kommunikationsmitteln. Der größte Teil dessen, was tagtäglich geschrieben wird – Artikel für Zeitungen, Geschäftsberichte, persönliche Korrespondenz – entsteht heute am Computer. Und immer mehr Menschen verlassen sich dabei auf die automatische Rechtschreibprüfung ihres Textverarbeitungsprogramms.

Auch ich nutze sie, obwohl ich meine liebe Not mit ihr habe, denn sie unterstreicht mir ständig das Wort „standardsprachlich“, das ich relativ häufig gebrauche. Vielleicht mag sie keinen Sprachstandard. Dann müsste sie sich allerdings selbst hassen. Das wäre ein Treppenwitz der Sprachgeschichte.

Viele nutzen beim Schreiben auch die schnellen Recherchemöglichkeiten, die das Internet bietet. Wer zum Beispiel nicht sicher ist, wie man das Wort „Matratze“ schreibt, kann den Publikums-Joker einsetzen und das Wort in allen Varianten googeln: Für die (korrekte) Schreibweise mit „tz“ werden ihm 3.590.000 Treffer angezeigt, für die Schreibweise „Matraze“ nur 239.000 Treffer: ein eindeutiges Votum der recht- und schlechtschreibenden Internetgemeinde. Der Ratsuchende erhält von Google zusätzliche Hilfe, denn über der Liste mit der geringeren Trefferzahl erscheint die automatisch erstellte Frage: „Meinten Sie ,Matratze‘?“ So wird er sanft in die richtige Richtung gelenkt.

Natürlich sind die von Google gelieferten Ergebnisse nicht in jedem Fall verlässlich. Mitunter können sie genauso in die Irre führen. Wer nicht weiß, ob die Mehrzahl von „Story“ im Deutschen nun „Storys“ oder „Stories“ geschrieben wird, dem wird Google nicht helfen, denn im Internet überwiegt selbstverständlich der englische Plural auf -ies, für die korrekte deutsche Form (Storys) findet man deutlich weniger Referenzstellen. Und die automatische Frage „Meinten Sie ,Stories‘?“ lockt den Suchenden erst recht auf die falsche Fährte. Langfristig werden Internetmaschinen wie Google dazu beitragen, dass die Orthografie von Namen und Fremdwörtern immer stärker internationalisiert wird. Nationalspezifische Formen verschwinden zugunsten der internationalen Mehrheits-Schreibweise. Noch zeigt Google 9,6 Millionen Treffer für „Mailand“ an, aber auf bereits knapp 4 Millionen deutschsprachigen Internetseiten ist „Milano“ zu finden.

Die restlichen Fragen klärt die Worterkennung der Mobiltelefone. Man braucht beim Schreiben einer SMS nur drei Buchstaben einzugeben, dann ergänzt das Programm das Wort eigenständig. So entstehen interessante Mitteilungen wie: „HALLO, ICH KÖNNE HEUTE ETWAS SPÄTER. WARTE NICHT MIT DEN ESSEN AUF MICH!“ Gestern wollte ich das Wort „Pustekuchen“ verschicken, und plötzlich stand im Display PURBERGSTRASSE. Ich kenne keine Purbergstraße und wollte das Wort löschen, doch in meiner Verwirrung habe ich stattdessen auf „versenden“ gedrückt. Es hat mich ein zehnminütiges, teures Telefonat gekostet, um das Missverständnis aufzuklären.
Ich will nicht wissen, wie viele sinnlose Nachrichten auf diese Weise schon verschickt worden sind. Es müssen Zigtausende jeden Tag sein. Daneben erscheint die Frage, ob man nun „Portemonnaie“ oder „Portmonee“ schreibt, geradezu belanglos. Man kann sich freuen, wenn das Handy nicht PORTOMODERNE draus macht.

Kann sich die Geschichte wiederholen? Im Jahre 1901 hatte es schon einmal eine Reform der deutschen Rechtschreibung gegeben, die aus nichts anderem als Kompromissen zu bestehen schien. 1905 bemerkte Konrad Duden im Vorwort zur achten Auflage seines Wörterbuches: „Zwar hat man überall das von der Orthographischen Konferenz Geschaffene als zu Recht bestehend anerkannt, weder sind neue Reformvorschläge ans Licht getreten, noch hat man auf seiten der Gegner jeder Reform durch aktiven und passiven Widerstand das Werk zu hemmen versucht: es gilt unbestritten überall. Und doch würde man irren, wenn man glaubte, die ,Orthographische Frage‘ sei mit der Herausgabe der von den Regierungen aufgrund der Konferenzbeschlüsse veröffentlichten amtlichen Regelbücher glücklich zur Ruhe gelangt; sie ist vielmehr für verschiedene Kreise wieder lebhaft in Fluß gekommen. […] Das Ergebnis der Orthographischen Konferenz von 1901 war nur dadurch zustande gekommen, daß die Anhänger verschiedener Richtungen sich gegenseitig Zugeständnisse machten. Das geschah meistens durch Zulassung von Doppelschreibungen.“

Entweder hatte ich eben ein ganz starkes Déjà-vu, oder Konrad Duden war nicht nur Herausgeber eines Wörterbuchs, sondern nebenbei auch noch das Orakel von Delphi. Oder schreibt man das jetzt Delfi?

Glücklich zur Ruhe gelangt oder wieder lebhaft in Fluss gekommen: quo vadis, deutsche Rechtschreibung? Die Kultusminister waren sich bei der Verabschiedung des Gesetzes einig, dass die Reform in ihrer jetzigen Fassung endgültig und unwiderruflich sei. Von „Ruhe“ war die Rede, von einem „Rechtschreib-Frieden“ sogar, doch ob es einen solchen geben wird, bleibt abzuwarten. Einige prominente Verweigerer haben bereits signalisiert, dass sie ihren Widerstand gegen die neue Orthografie aufgeben werden. Andere wollen von der Reform nach wie vor nichts wissen. Dem Gesetzgeber tut es längst leid, dass er die Rechtschreibung jemals zur Reformsache gemacht hat. Zwischenzeitlich tat es ihm Leid (mit großem „L“), und nun doch wieder leid. Die Lehrer und Schüler, die von „leid tun“ erst auf „Leid tun“ umdenken mussten und sich nun an „leidtun“ gewöhnen sollen, können einem nur leid … Leid … also, die kann man nur bedauern.

Der zähe Reformprozess hat aber nicht nur Verwirrung gestiftet und Verdruss gebracht, er hatte auch sein Gutes: In regelmäßigen Abständen sorgte er dafür, dass unser wertvollstes Kulturgut – die Sprache – ins Zentrum des öffentliches Interesses gerückt wurde. Außerdem hat er die Intellektuellen hierzulande zehn Jahre lang geistig in Bewegung gehalten. Ohne Reformstreit würden sich viele vermutlich langweilen.

Seit Juli 2006 liegt die 24. Auflage des Dudens vor, die noch übersichtlicher und bunter ist als die 23. Auflage aus dem Jahr 2004: Die alten Schreibweisen sind schwarz gedruckt, die neuen sind rot, und gelb unterlegt sind die Duden-Empfehlungen. Nun wissen wir auch, wofür die Farben der Deutschlandfahne stehen: Schwarz für Tradition, Rot für Veränderung und Gelb für das jeweils Sinnvollste aus beidem. Doch nicht alle sind mit der Neufassung der Mannheimer Bibel zufrieden. Angeblich seien die Regelungen des Reformwerkes darin nicht immer so wiedergegeben, wie sie von der Kommission beschlossen wurden, behauptet Hans Zehetmair. Schon fragen sich die bangen Untertanen: Muss Konrad Duden jetzt ins Gefängnis? Wir sehen: Das letzte Wort in Sachen Rechtschreibung ist noch nicht gesprochen. Gott sei Dank!

Zuletzt will auch ich eine Empfehlung abgeben: Wer sich an den Delfin mit „f“ partout nicht gewöhnen mag, der soll ihn ab sofort Phlipper schreiben.

(c) Bastian Sick 2006


Diese Kolumne ist auch in Bastian Sicks Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, Folge 3“ erschienen.

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