Samstag, 28. August 2021

Zwiebelfisch

Januar, 2008

  • 30 Januar

    Grüße aus dem Jenseits

    Der Tod gehört zum Leben, so will es die Natur. Der Mensch allerdings verfügt über Kräfte, die Gesetze der Natur auszutricksen und dem scheinbar Unvermeidlichen ein Schnippchen zu schlagen. Eine dieser Kräfte ist der Glaube, eine andere die Fantasie. Die dritte und vielleicht am häufigsten anzutreffende ist die sprachliche Schlamperei. …

  • 16 Januar

    Ich hab noch einen Koffer in Berlin zu stehen

    Berliner gibt es nicht nur mit Puderzucker oder Guss, sondern auch mit Schnauze. Der Berliner gilt als eigenwillig — und nirgendwo spiegelt sich das anschaulicher wider als wie in seiner Sprache. Der Berliner Taxifahrer ist seit je eine Spezies für sich, nicht immer von überschwänglicher Freundlichkeit, aber nie um Worte …

Dezember, 2007

  • 26 Dezember

    Bei zuen Gardinen und ausem Licht

    Ein Merkmal von Adverbien ist, dass sie sich nicht beugen lassen. So lehrt es die Lehre. Dem Volksmund ist das herzlich egal. Für den sind danebene Sätze okaye Lösungen. Was nicht passt, wird passend gemacht. Das alljährliche Treffen zum Adventstee bei meiner Freundin Sibylle durfte ich mir natürlich nicht entgehen …

  • 12 Dezember

    Wenn man könnte, wie man wöllte

    Der Konjunktiv ist tot? Das söllte man nicht denken! Mancher meint, man könnte auf ihn verzichten, aber wer dürfte dann noch etwas möchten? Nein, der Konjunktiv ist quicklebendig. Und ist seine Form nicht eindeutig, dann biegen wir sie so, wie wir sie bräuchten. Felix, der elfjährige Sohn meiner Schulfreundin Alexandra, …

November, 2007

  • 28 November

    Der Ganzkörperdativ

    Der Herbst ist da, schon jagen Novemberwinde über das Land, und mit jedem Tag wird es kälter. Friert es Sie auch schon? Oder friert es Ihnen? Und wenn ja, wo? An den Händen – oder an die Hände? Der Herbst bringt nicht nur Kälte, sondern auch manches sprachliche Problem. Kürzlich …

Oktober, 2007

  • 31 Oktober

    Welche LZA, Herr PVB?

    Stellen Sie sich vor, Sie werden bedroht. Auf der anderen Straßenseite steht ein Polizist. Wie rufen Sie ihn herbei? Mit „Wachtmeister“? Oder „Schutzmann“? Ehe es Ihnen einfällt, sind Sie ausgeraubt worden. Schuld ist weder der Räuber noch der Gendarm, sondern wieder nur der Wandel der Zeit. Auf dem Weg zur …

September, 2007

  • 26 September

    Büro zu mieten?

    Sie glauben, geben und nehmen könne man nicht verwechseln? Ebenso wenig wie finden und verlieren oder wie suchen und anbieten? Doch wie steht es mit mieten und vermieten und mit kaufen und verkaufen? Eigentlich sind es Gegensätze, und doch auch wieder nicht. An einem sommerlichen Freitagnachmittag schlendern Henry und ich …

August, 2007

  • 29 August

    Das Bild hängt schief

    Kennen Sie den Sketch, in dem Loriot ein schief hängendes Bild geradezurichten versucht und dabei das komplette Zimmer verwüstet? Die Idee ist keinesfalls weit hergeholt, denn schiefen Bildern begegnet man täglich. Die Medien sind voll davon. Ich bin vor kurzem umgezogen, und mittlerweile ist meine Wohnung fast vollständig eingerichtet. Es …

  • 1 August

    Rindswahn und anderer Schweinekram

    Ob wir sie nun lieber gebraten oder gekocht mögen: Unser Verhältnis zu Kühen und Schweinen ist kompliziert. Auch in grammatischer Hinsicht. Was ist korrekt: Schweinshaxe oder Schweinehaxe, Rindsbraten oder Rinderbraten? Werfen wir einen Blick in das große Kochbuch der deutschen Sprache. Ein paar Jahre lang war ich mal Vegetarier, aber …

Juni, 2007

  • 27 Juni

    Der mit dem Maul wirft

    Sind Windhunde schnell wie der Wind? Reifen Schattenmorellen am besten im Schatten? Wurden am Rosenmontag einst Rosen unters Volk geworfen? Die Antwort lautet in allen Fällen: nein! Denn keines der Wörter hat mit dem zu tun, wonach es aussieht. Ich war gerade sieben Jahre alt, als ich zum ersten Mal …