Montag, 30. August 2021

Zwiebelfisch

Oktober, 2006

  • 31 Oktober

    Was meint eigentlich Halloween?

    Groß ist das Gejammer über Anglizismen. Wörter wie „Sale“, „Flatrate“ und „Coffee to go“ sind kaum noch aus unserer Sprache wegzudenken.  Es gibt aber noch ganz andere Anglizismen, solche, die man nicht auf den ersten Blick erkennt. Frühe Vögel zum Beispiel. Oder Dinge, die eine Meinung haben. Kürbisse mit Fratzen. …

  • 3 Oktober

    Wir sind die Bevölkerung!

    Manchmal geschieht es, dass Wörter, die jahrelang in aller Munde waren, aus der Mode geraten. Manche geraten sogar in Vergessenheit. Andere werden aus dem Wortschatz gestrichen, weil sie den Kriterien der „political correctness“ widersprechen. So wie das Wort „Negerkuss“. Den Traum aus Eiweißschaum und Schokoladenglasur darf man inzwischen nur noch …

September, 2006

  • 27 September

    Über das Intrigieren fremder Wörter

    In Gelsenkirchen gibt es nicht bloß Schalke, sondern auch ein Amphibientheater. So sagt meine Nachbarin Frau Jackmann, und die muss es wissen. Meine Bemühungen um die deutsche Sprache seien zwar ehrenvoll, sagt sie, aber letztlich doch eine Syphilisarbeit. „Konkurenz ist für uns ein Fremdwort“, steht im Schaufenster eines Berliner Textilgeschäfts …

  • 20 September

    Entschuldigen Sie mich – sonst tu ich es selbst!

    Einst bat man um Verzeihung, um Pardon oder um Entschuldigung. Heute heißt das „Tschuldigung!“ oder „Sorry!“, und man braucht auch nicht mehr umständlich darum zu bitten, sondern entschuldigt sich einfach selbst. Das ist sehr praktisch, wenn auch nicht gerade logisch. Wer sich falsch verhält und in einer bestimmten Situation versagt, der …

  • 13 September

    Von Knäppchen, Knäuschen und Knörzchen

    Abschied ist ein scharfes Schwert. Und Abschnitt ist ein hartes Brot. Der Rest ist Scherzl – oder Knust – oder Ränftl, oder wie man sonst noch zum Brotkanten sagt. Der Zwiebelfisch hat Brotreste gesammelt. Nun hat er so viel, dass er damit drei Jahre lang Enten füttern kann. Brot ist …

August, 2006

  • 31 August

    Voll und ganz verkehrt

    Wer ganze Arbeit leistet, der hat auch Recht auf vollen Lohn. Doch wer Vollzeit arbeitet, arbeitet kaum die ganze Zeit. Wer ganze Stadien füllt, der füllt nicht volle Stadien, sondern leere. Mancher hat volle acht Jahre studiert, ein anderer ganze acht Jahre. Offenbar sind voll und ganz nicht voll und …

  • 23 August

    Der Butter, die Huhn, das Teller

    Der, die, das, wer, wie, was? Die Verwirrung der Geschlechter ist nicht nur ein gesellschaftliches Thema, sondern auch ein sprachliches. Heißt es die Krake oder der Krake? Ist Python männlich oder weiblich? Trinken Sie ein Cola und lesen Sie das „Zwiebelfisch“! „Chéri, bitte, ‚ilfst du mir mit die Kleid?“, fragt …

  • 16 August

    Ich bin die gelbe Markise

    Jeder Tierfreund ist darüber entsetzt, dass Haustiere vom Gesetzgeber wie Sachgegenstände behandelt werden. Dabei haben die meisten Menschen im sprachlichen Alltag keine Bedenken, sich selbst zu einem Gegenstand zu machen. „Wo hast du geparkt?“, fragt mich Henry, als wir mit unseren Einkäufen den Supermarkt verlassen. Ich deute auf die andere …

  • 2 August

    Als ich noch der Klasse Sprecher war

    Wieso wird der Stich einer Biene nicht Bienestich genannt? Und warum spricht man vom Gitarrensolo, wenn doch nur eine einzelne Gitarre zu hören ist? Die deutsche Sprache hält immer ein paar Buchstaben parat, um Fugen zwischen Wörtern zu füllen. Einige verzichten jedoch auf Fugenzeichen und verwenden lieber Fuge-Zeichen. Auf einem …

  • 1 August

    Die reformierte Reform

    Am 1. August 2006 trat die Rechtschreibreform endgültig in Kraft. Zuvor war sie noch einmal gründlich zurechtgestutzt worden. Übrig blieb ein Kompromiss, der niemandem mehr weh tut oder wehtut. Denn im Zweifelsfall ist sowohl die alte als auch die neue Schreibung richtig. Das gleiche Theater gab es übrigens vor hundert …