Mittwoch, 17. Oktober 2018
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Archiv 2006

Kuwait/Kuweit

Schreibt man das mit Erdöl gesegnete Emirat am Persischen Golf „Kuwait“ oder „Kuweit“? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Oder sind’s die Gaister? Zunächst gilt eines klarzustellen: Ob „Kuweit“ oder „Kuwait“ – in beiden Fällen handelt es sich lediglich um eine Transkription (= lautliche Umschrift) des Arabischen. Die Araber schreiben das Land nämlich so: 

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je – je/desto/umso

Die Konjunktion „je“ steht heute standardgemäß mit den Korrelaten (= Partnerwörtern) „umso“ oder „desto“: Je länger ich faste, desto mehr nehme ich zu. Je weniger du redest, umso besser ist es.

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Inspektor/Inspekteur

Die Franzosen lieben unseren „inspecteur Derrick“, auch wenn er sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt hat. Bei uns wurde er freilich „Inspektor“ genannt, denn so lautet die deutsche Bezeichnung für einen „Verwaltungsbeamten auf der ersten Stufe des gehobenen Dienstes“. Dies gilt nicht nur für die Polizei; Inspektoren findet man auch in anderen Bereichen der Verwaltung, zum Beispiel in Baubehörden, da gibt es Bauinspektoren. Früher gab es auch Postinspektoren und Verkehrsinspektoren. Mancher Fürst leistete sich gar einen Orgelinspektor. Besonders reich an Inspektoren ist auch heute noch die Schweiz.

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insofern als/insofern dass

Was fern ist, das ist in der Regel auch weit, daher besteht zwischen den Wörtern „insofern“ und „insoweit“ kein Bedeutungsunterschied. Werden sie von einer Konjunktion begleitet, so ist es „als“, nicht „dass“:

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Hunderte/hunderte

Seit Verabschiedung der Rechtschreibreform ist es egal, ob man die unbestimmten Zahlwörter „Hunderte“, „Tausende“ und „Dutzende“ klein- oder großschreibt. Früher schrieb man sie groß: Dutzende Bücher, Hunderte Schüler, Tausende Besucher. Heute kann man auch dutzende Bücher, hunderte Schüler und tausende Besucher schreiben. Der Duden empfiehlt weiterhin die Großschreibung von Dutzenden, Hunderten, Tausenden (und folglich auch von Aberhunderten und Abertausenden), weil man auch die unbestimmten „Millionen“ und „Milliarden“ großschreibt: „Um Hunderttausende Planeten kreisen Millionen Monde.“ Die Kleinschreibung von Millionen und Milliarden lässt das amtliche Regelwerk nicht zu (siehe auch Million/Millionen).

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hierzulande/hier zu Lande

Immer häufiger zuckten hierzulande die Leser zusammen, wenn sie in Zeitungstexten oder in Büchern plötzlich „hier zu Lande“ lasen. Und immer häufiger erreichten mich E-Mails mit der Frage: Ist das etwa richtig? Schreibt man hier zu Lande auseinander?

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hängte/hing

Das Verb „hängen“ gibt es in zwei Ausführungen: als transitives Verb und als intransitives. Ein transitives Verb kann ein Objekt nach sich ziehen, ein intransitives nicht. „Opa hängt das Bild auf“ ist zum Beispiel transitiv, weil es hier außer dem Subjekt (Opa) noch ein Objekt (das Bild) gibt. „Das Bild hängt an der Wand“ ist intransitiv. Die Wand ist nämlich kein Objekt, sondern eine adverbiale Bestimmung des Ortes. Das Bild hängt ganz von selbst und ganz für sich allein.

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gucken/kucken

Das Verb „gucken“ ist umgangssprachlich. Im norddeutschen Raum sagt man „kucken“, und man darf es sogar mit einem Anfangs-„k“ schreiben, jedenfalls findet man diese Schreibweise im Wörterbuch.

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gestanden haben/gestanden sein

Wie wird das Perfekt von „stehen“ gebildet – mit haben oder mit sein? Heißt es „Ich habe gestanden“ oder „Ich bin gestanden“? Und wo wir gerade dabei sind: Wie verhält es sich mit „sitzen“ (gesessen) und „liegen“ (gelegen)?

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gerne/gern

Einen Bedeutungsunterschied zwischen „gern“ und „gerne“ gibt es nicht, auch in stilistischer Hinsicht ist kein Unterschied festzustellen – beide Formen gelten als gleichwertig. Die Form mit Endungs-e ist die ältere. Wie bei vielen anderen Wörtern auch hat sich die Endsilbe im Lauf(e) der Zeit in der gesprochenen Sprache verschliffen. Da sich Sprache in einem ständigen, nie endenden Optimierungsprozess befindet, werden Endsilben, die keine grammatische Funktion erfüllen, früher oder später abgestoßen. So hört man heutzutage häufiger „gern“ als „gerne“. Noch deutlicher wird die Entwicklung bei ferne/fern: Heute sieht man kaum noch jemanden „von ferne“ winken, meistens heißt es „von fern“. Mitunter verhält sich Sprache aber auch genau andersherum und lässt Wörter länger werden, ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund gibt. So geschehen mit „allein“, das man oft auch als „alleine“ antrifft, was aber nicht der Standardsprache entspricht. 

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