Donnerstag, 23. März 2017
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Loser/Looser

Schon immer gab es in der deutschen Sprache englische Wörter, die bestimmte Menschentypen bezeichneten. Man denke nur an den Gentleman oder den Dandy, das Girlie oder den Softie, den Yuppie oder den Hippie, den Star oder den Fan, das Fashion-Victim oder den Champion (nicht zu verwechseln mit dem französischen Champignon). Und seit einiger Zeit gibt es auch den Loser, wobei nicht ganz klar ist, worin er sich vom Verlierer unterscheidet. Dass das Verlieren eine Spezialität der angelsächsischen Kultur sein soll, lässt sich geschichtlich jedenfalls nicht nachweisen. Wir Deutschen hingegen haben mit dem Verlieren sehr viel mehr Erfahrungen gemacht, man schaue sich nur einmal die Ergebnisse des „Eurovision Song Contest“ der letzten Jahre an. 

Trotzdem nennen wir den Verlierer heute vorzugsweise einen Loser. Das ist immerhin ein weiterer Beleg für die Tatsache, dass das Deutsche im Vergleich mit dem Englischen als Verlierer dasteht – nicht nur weltweit, sondern auch bei uns im eigenen Land. Wenn schon englisch, dann aber bitte richtig: Trotz des langgezogenen u-Lautes wird der Loser nur mit einem „o“ geschrieben. Wer ihn mit Doppel-o schreibt („Looser“), macht sich selbst zum Loser-Typen in Sachen Orthografie. 

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