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In der Schweiz

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In der vergangenen Woche flog ich zu Vortrag und Interview in die Schweiz. Das „St. Galler Tagblatt“ hatte mich als Gastredner zu seinem alljährlichen Redaktionsseminar ins Kloster Fischingen geladen, eine prachtvolle Anlage aus dem Barock, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts für weltliche Zwecke genutzt wird. 

Die Idee zu der Einladung hatte Sarah Gerteis, Leiterin der Online-Redaktion des „Tagblatts“. Sie hatte mich 2008 bei meinem Auftritt in der St. Galler Tonhalle erlebt und offenbar in guter Erinnerung behalten. 

Mit ihr und mit Odilia Hiller, Redakteurin der „Ostschweiz am Sonntag“, führte ich im Anschluss an meinen Vortrag ein ausführliches Interview. Im idyllischen, blühenden Innenhof des Klosters saßen wir über anderthalb Stunden beisammen und sprachen über die Sprache, das Leben und die Liebe. In Gesellschaft zweier so bezaubernder Damen verging die Zeit für mich wie im Fluge, und weil Frau Hiller, wie sich herausstellte, mit der Sängerin Paola bekannt ist, gab mir das Gelegenheit zum Schwärmen, denn für Paola begeistere ich mich, seit ich zum ersten Mal „Vogel der Nacht“ im Radio hörte.


Foto: Benjamin Manser

Das Interview erschien am Sonntag und ging über 1 1/2 Seiten, was ungewöhnlich großzügig ist und mich sehr freute. Umrahmt wird es von Fotos, die der Fotograf Benjamin Manser während des Gesprächs gemacht hat. Hier können Sie das Interview lesen. Ich wünsche recht viel Vergnügen!

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4 Kommentare

  1. René Ottiger

    Sehr geehrter Herr Sick!

    Mit Interesse habe ich letzten Sonntag Ihren Beitrag im „St. Galler Tagblatt“ gelesen. Bezüglich der künftigen Qualität der deutschen Sprache bin ich pessimistischer als Sie, gleichwohl ob geschrieben oder gesprochen.

    Die sprachliche Qualität von Leserkommentaren in Internetzeitungen, Artikelbewertungen in Online-Shops oder ähnlichen Kurzmitteilungen liegt zwischen haarsträubender Grammatik und Unverständlichkeit. Entweder ist der „Send“-Knopf zu schnell erreichbar oder die Leute können wirklich nicht mehr zwischen „das“ und „dass“ unterscheiden.

    Aber eigentlich ist die erfreuliche Nachricht wichtiger. Wir sind zu dritt, Herr Sick. Auch wir schreiben SMS mit Gross und Klein und Punkt und Komma. Ich freue mich, dass es nebst meiner Frau noch einen Unverbesserlichen gibt.

    Freundliche Grüsse aus der Ostschweiz

    René Ottiger

  2. Lieber Herr Sick,

    mit Ihren Frühstücksflocken bin ich nicht ganz einverstanden. Wenn jemand zum Frühstück Haferflocken verzehrt, dann sind das seine Frühstücksflocken, aber beileibe keine Cornflakes, denn das sind (wörtlich!) Maisflocken.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg habe die Amerikaner Lebensmittel nach Deutschland geliefert und dabei gefragt, ob auch „corn“ erwünscht sei. Die doofen Deutschen wollten natürlich „Korn“ haben und so waren viele enttäuscht, als Mais geliefert wurde.

    Mit freundlichen Grüßen
    des letzten Maisflockenessers
    Peter Preus

  3. Dieter Schulz

    Sehr geehrter Herr Sick, ich las das Interview, das Sie mit den Damen des »St. Galler Tagblatt« führten. Ein Satz darin lautet: »Die ganzen Kinderbuchklassiker eben.« Sagten Sie das wirklich so? Und wenn JA, was ist mit den halben, kaputten usw.? Ich kenne allerdings die neuen Regeln nicht, will sie mit 67 Jahren auch nicht mehr lernen. Ich hätte da altmodisch gesagt: „All die Kinderbuchklassiker eben.“ 
    Aber angesichts des „Vereinfachens“ unserer Sprache halte ich mich immer häufiger an den schönen und, wie es sich zeigt, von Gesellschaftsordnungen unabhängigen Satz des Schriftstellers Günter Kunert, der zu tiefsten DDR-Zeiten äußerte: „Es ist die vornehmste Aufgabe einer Bevölkerung, sich an Zustände zu gewöhnen.“
    Doch an manches gewöhne ich mich nur schwer: Wer hat zum Beispiel den Irrsinn in die Welt gesetzt, eine Kurznachricht ans Handy »SMS« zu nennen. Eine Kurznachricht ist eine short messsage, also eine SM, die mittels eines Kurznachrichtendienstes, des short message services
    , abgekürzt SMS, befördert wird. Aber auch gebildete und des Englischen mächtige Leute senden angeblich den Service und nicht die Nachricht.

    Danke für den immer sehr informativen, oft lustigen, aber manchmal auch deprimierenden Newsletter. Letzteres bezüglich mancher von Ihnen aufgegriffenen Probleme, zum Beispiel der Leichten Sprache für alle.
    Aber was will man von Politikern wie dieser Frau von der Leyen bezüglich Sprache auch erwarten. Diese abgehobenen Leute haben ja noch nicht mal begriffen, dass heutzutage sogar schon der Schokoriegel im Supermarkt bargeldlos bezahlt wird, nehmen immer noch „Geld in die Hand“, um große Investitionen zu finanzieren. Oder sie schultern irgendwas, wozu man mindestens einen Kran benötigte, faseln von ABM-Maßnahmen, also von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen-Maßnahmen usw. usf.

    In solchen Fällen hilft mir ein Wort von Adenauer, den ich zwar nicht leiden kann, weil er mit seinem „Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb“ den Amis behilflich war, 1953 die sowjetrussischen Bemühungen um einen Friedensvertrag und damit eine Wiedervereinigung Deutschlands zu einem neutralen Staat als Puffer zum Westen (analog Österreich) abzulehnen. Adenauer sagte treffend: „Wer sich ärgert, büßt für die Sünden der anderen.“

    Freundliche Grüße aus Dresden

    Dieter Schulz

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