Dienstag, 27. Juni 2017
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China/Chile

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Dänische Landkarte: Auch bei denen wird „China“ zu „Kina“.

Die norddeutsche Aussprache des „Ch“ am Wortanfang vor den hellen Vokalen „e“ und „i“ ist ein weiches „ch“ wie in „Licht“ und „Blech“. Im süddeutschen Sprachraum hingegen wird das „Ch“ wie ein „K“ ausgesprochen. Die Wörter „China“, „chinesisch“, „Chemie“ und „Chirurg“ beginnen dort mit knackigem Anlaut: Kina, kinesisch, Kemie und Kirurg

Beide Formen gelten als gleichberechtigt. Da die „Tagesschau“ in Hamburg produziert wird, hat sich der weiche Anlaut zwar bei vielen Hörern als Standard eingeprägt. Doch Sprecher von Dokumentationen und Nachrichtensendung aus dem süddeutschen Sprachgebiet begehen keinen Fehler, wenn sie „China“ mit einem „K“-Laut beginnen lassen. 

Chile hingegen wird im süddeutschen Sprachraum nicht etwa Kile  ausgesprochen, sondern Tschile.

(c) Bastian Sick 2014

Dank an Ulrich Achhammer, Regensburg 

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4 Kommentare

  1. Moin moin,
    ich komm ziemlich direkt aus dem südlichsten Deutschland (schweizer Grenze) habe aber noch nie jemanden Kirurg sagen hören,- läuft m.E. wie Tschile 😉

  2. PRINCE MENDIRATTA

    Ist das Russland oder Rusland? In der Karte oben ist Russland mit nur einem S zu sehen.

  3. Was soll uns die dänische Karte sagen? Doch nur, dass auf Dänisch dieses Land „Kina“ geschrieben(!) wird – gesprochen wird es dort wie auch in Norwegen (gleiche Schreibweise) wie bei uns – in diesen Sprachen wird geschrieben ki zu gesprochen ch.
    In Russland allerdings haben wir das K in „Kitai“ (=China).

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