Freitag, 22. Januar 2021
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Archiv 2004

offenbar/offensichtlich

Zwischen offenbar und offensichtlich gibt es keinen Bedeutungsunterschied. Es ist allerdings nicht richtig, diese Adjektive im Sinne von „vermutlich“ oder „möglicherweise“ zu gebrauchen. Was offenbar oder offensichtlich ist, das liegt auf der Hand, ist augenscheinlich, erwiesen, erkennbar, nachweislich. 

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nützen/nutzen

Zwischen nutzen und nützen besteht kein Unterschied, weder in der Bedeutung noch im Gebrauch:

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Nummer/Platz

Die Bestimmungswörter hinter Nummer und Platz schreibt man klein: 

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Nullachtfünfzehn/08/15

Der Ausdruck 08/15 geht zurück auf die Typenbezeichnung eines deutschen Maschinengewehrs, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. Durch den permanenten Drill an dieser aus 383 Einzelteilen bestehenden Waffe wurde 08/15 unter Soldaten zum Synonym für tägliche Routine, für etwas, das nichts Besonderes war. Im Zweiten Weltkrieg kamen die Maschinengewehre erneut zum Einsatz, galten aber als antiquiert, sodass 08/15 auch noch die Bedeutung „veraltete Massenware“ und „Durchschnitt“ erhielt. Deutschlandweite Berühmtheit erlangte der Begriff dann in den Fünfzigerjahren durch drei Kriegsromane des Schriftstellers Hans Hellmut Kirst: „08/15 Die abenteuerliche Revolte des Gefreiten Asch“ (späterer Titel: „08/15 in der Kaserne“), „08/15 Die seltsamen Kriegserlebnisse des Soldaten Asch“ (späterer Titel: „08/15 im Krieg“) und „08/15 Der gefährliche Endsieg des Soldaten Asch“ (späterer Titel: „08/15 bis zum Ende“).

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noch mal/nochmal

Lange Zeit durfte man „noch mal“ in zwei Wörtern schreiben, denn es handelt sich um die umgangssprachliche Verkürzung von „noch einmal“. Die neue deutsche Rechtschreibung erlaubt nun auch Zusammenschreibung: „nochmal“. Die Getrenntschreibung ist aber weiterhin zulässig. Die Wörter „nochmals“ und „nochmalig“ werden hingegen zusammengeschrieben. 

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nichtsdestotrotz/trotzdem

„Nichtsdestotrotz“ ist eine mit Luft gefüllte Dreikomponentenhülse, die es dank massenhafter Verbreitung zu einem Eintrag im Wörterbuch gebracht hat, wenn auch mit dem dahinter stehenden Vermerk „ugs.“ (umgangssprachlich). Im gepflegten Deutsch sind nach wie vor die Begriffe „trotzdem“, „wenngleich“ und „obwohl“ zu bevorzugen. Die Wörterbücher kennen übrigens auch die nichtimgeringsten kürzeren Wörter „nichtsdestoweniger“ und „nichtsdestominder“. 

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neu renovieren/renovieren

Die Aussage „Ich habe die Wohnung neu renoviert“ enthält einen Pleonasmus. Pleonasmus nennt man einen inhaltlichen Zusatz zu einem Wort oder einer Wendung, der überflüssig ist. Weitere Beispiele: alter Greis, kleiner Zwerg, kahle Glatze, Gesichtsmimik, weiter fortfahren, lautlose Stille, persönlich anwesend, vollendete Tatsachen. 

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Mund-zu-Mund-Beatmung/Mundpropaganda

Es gibt Mund-zu-Mund-Beatmung und Mundpropaganda, aber keine Mund-zu-Mund-Propaganda. Das wäre auch keine sinnvolle Form der Kommunikation. Mehr Erfolg verspricht es, seinem Gegenüber ins Ohr statt in den Mund zu sprechen.

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Mexico City/Mexiko-Stadt

Auch in Deutschland wird immer häufiger von „Mexico City“ statt von „Mexiko-Stadt“ gesprochen, vor allem natürlich in Reisebüros, aber auch in Reportagen und selbst im Erdkundeunterricht. City hat einen verheißungsvolleren Klang als das Wort Stadt, außerdem wird bei uns in Deutschland inzwischen selbst so vieles „City“ genannt (allein Hamburg hat mittlerweile vier Citys: City Nord, City Süd, Hafencity und die Innenstadt), dass die englische Vokabel nicht mehr als fremd wahrgenommen wird. Von modernistischen und modischen Erwägungen abgesehen, gibt es allerdings keinen zwingenden Grund, weshalb man der Hauptstadt Mexikos im Deutschen einen englischen Namen geben sollte. Die spanisch sprechenden Bewohner selbst nennen ihre Stadt übrigens Ciudad de México. Dasselbe gilt übrigens auch für Kuweit City und Panama City, die nicht kleiner oder hässlicher werden, wenn man sie Kuweit-Stadt und Panama-Stadt nennt. Ho-Tschi-minh- Stadt und Vatikanstadt sind von der City-Mode bislang noch verschont geblieben.

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meines Wissens/meines Wissens nach

Die Wendung „meines Wissens“ in der Bedeutung von „soviel ich weiß“ steht ohne die Präposition „nach“. Es heißt: „Meines Wissens war Peter der Große Zar von Russland“, nicht „Meines Wissens nach war Peter der Große Zar von Russland“.

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