Samstag, 28. August 2021

Tag Archiv: Journalistendeutsch

November, 2006

  • 23 November

    offiziell/offiziös

    „Offiziell“ bedeutet amtlich, förmlich, feierlich. Das wissen die meisten Menschen auch, daher wird dieses Wort selten falsch gebraucht. Anders verhält es sich dagegen mit „offiziös“. Hier glauben viele, es handele sich noch um eine Steigerung des Wortes „offiziell“« und sei also geradezu höchst offiziell. Doch genau das Gegenteil ist der …

  • 23 November

    vor Ort/am Ort des Geschehens

    Der Ausdruck „vor Ort“ ist ein treffliches Beispiel für die große deutschlandweite Karriere eines kleinen, sehr speziellen Idioms. „Vor Ort“ entstammt der Bergmannssprache. Das Wort „Ort“ gab es schon im Althochdeutschen, dort hieß es so viel wie Punkt, Spitze (und gemeint war die Spitze einer Waffe), äußeres Ende, Rand. Von …

Juli, 2006

  • 5 Juli

    Ojéé, ojé, ojé, ojé!

    Haben Sie auch so oft Fußball? Dann haben Sie bestimmt schon mal von Trinidad und Tabacco gehört. Und wenn Sie wissen wollen, wie die Bewohner der Elfenbeinküste genannt werden, dann treten Sie näher und schauen Sie sich das Spiel auf unserer Linewand an! „Deutsche Männer haben lieber Sex als Fußball“, …

März, 2006

  • 30 März

    Verwirrender Vonitiv

    Grammatik ist nicht jedermanns Sache, das Deklinieren schon gar nicht. Darum wird ein Fall immer beliebter: der Vonitiv. Der Name sagt Ihnen nichts? Sie kennen ihn bestimmt! Der Vonitiv ist der Tod von dem Genitiv. Solche Schlagzeilen können einem den ganzen Tag verderben: Das ist doch wirklich nicht zu fassen: …

Juli, 2005

  • 27 Juli

    Wir gedenken dem Genitiv

    Der Genitiv gerät zusehends aus der Mode. Viele sind ihn überdrüssig. Dennoch hat er in unserer Sprache seinen Platz und seine Berechtigung. Es kann daher nicht schaden, sich seinem korrekten Gebrauch zu erinnern. Sonst wird man dem Problem irgendwann nicht mehr Herr und kann dem zweiten Fall nur noch wehmütig …

Dezember, 2004

  • 8 Dezember

    Er steht davor, davor, davor – und nicht dahinter

    Wann immer ein Minister in Bedrängnis gerät, liest man garantiert irgendwo den Satz: „Der Bundeskanzler stellte sich demonstrativ hinter seinen Minister.“ Ein mutiger Schritt, soll man denken. Doch wäre es nicht viel mutiger gewesen, wenn der Kanzler sich vor seinen Minister gestellt hätte? Der Verdacht liegt nahe, dass die Positionen …

Oktober, 2004

  • 14 Oktober

    Und täglich berichten die Kreise

    Wir alle haben schon oft gehört oder gelesen, dass jemand in bestimmten Kreisen verkehrt, und gelegentlich sieht man auch, wie sich jemand im Kreisverkehr verfährt. So etwas lässt sich erklären. Doch was zum Teufel hat es mit all den vielen Kreisen auf sich, aus denen ständig und immerzu zitiert wird? …

August, 2004

  • 19 August

    Stehende Ovationen/Stehbeifall

    Der englische Ausdruck „standing ovation“ bedeutet stürmischer Beifall, Stehbeifall. Die Wiedergabe mit einem Partizip (stehend) kollidiert mit der deutschen Grammatik, denn stehend ist nicht der Beifall, sondern das Publikum. 

Juni, 2004

  • 23 Juni

    Durch und durch alles hindurch

    Die „Titanic“ wurde durch einen Eisberg versenkt. Nordkorea bestreitet den Kauf von Atomwaffen durch Pakistan. Bücher werden durch Autoren geschrieben und durch Übersetzer übersetzt. Städte werden durch Bomben getroffen, Politiker durch das Volk gewählt. Ist die Durch-Wucherung der Sprache durch nichts mehr aufzuhalten? Im Blumengarten der deutschen Sprache wuchert ein …

März, 2004

  • 12 März

    Sind „schmeißen“ und „kriegen“ tabu?

    „Nach Wahldebakel: SPD schmeißt Schröder raus“ – „Der Kanzler kriegt die rote Karte.“ Sätze wie diese sind vorstellbar. Aber Sie werden Sie hoffentlich niemals in einer seriösen Zeitung lesen müssen. Nicht aus Rücksicht auf den Kanzler, sondern aus Respekt vor der Sprache. Der achtjährige Julian besucht die zweite Klasse einer …