Sonntag, 25. September 2022

August, 2004

  • 19 August

    Mexico City/Mexiko-Stadt

    Auch in Deutschland wird immer häufiger von „Mexico City“ statt von „Mexiko-Stadt“ gesprochen, vor allem natürlich in Reisebüros, aber auch in Reportagen und selbst im Erdkundeunterricht. City hat einen verheißungsvolleren Klang als das Wort Stadt, außerdem wird bei uns in Deutschland inzwischen selbst so vieles „City“ genannt (allein Hamburg hat …

  • 19 August

    meines Wissens/meines Wissens nach

    Die Wendung „meines Wissens“ in der Bedeutung von „soviel ich weiß“ steht ohne die Präposition „nach“. Es heißt: „Meines Wissens war Peter der Große Zar von Russland“, nicht „Meines Wissens nach war Peter der Große Zar von Russland“. Dasselbe gilt für den Genitiv von „Erachten“, auch hier heißt es nicht …

  • 19 August

    lohnenswert/lohnend

    „Lohnenswert“ ist eine überflüssige Zusammensetzung aus den Wörtern „lohnend“ und „wert“. Eine Sache kann lohnend sein, und sie kann etwas wert sein, beides zusammengenommen macht sie aber nicht zwangsläufig lohnenswert. Ähnliche pleonastische Adjektive: stillschweigend, schlussendlich, vorprogrammiert. 

  • 19 August

    lehren: jemandem/jemanden das Fürchten lehren

    Heute gilt es als standardsprachlich korrekt, nach lehren den doppelten Akkusativ zu gebrauchen: Sie lehrt ihn das Klavierspiel; er lehrt sie das Tangotanzen. Im 17. und 18. Jahrhundert war es hingegen üblich, die Person in den Dativ zu setzen, da lehrte der Meister dem Gesellen das Handwerk, und der Erzieher …

  • 19 August

    kosten: das kostete ihm/ihn das Leben

    Regiert „kosten“ den Dativ oder den Akkusativ der Person? Seit eh und je findet man beide Formen belegt. Es ist allerdings nicht so, wie viele glauben, dass der Dativ den Akkusativ verdrängen würde. Vielmehr befindet er sich seit Jahrhunderten auf dem Rückzug. Im 18. Jahrhundert überwog noch der Gebrauch des Dativs. …

  • 19 August

    in keiner Weise/in keinster Weise

    Wenn „kein“ so viel bedeutet wie „nichts“ oder „niemand“, lässt es sich dann noch steigern? Logisch gedacht natürlich nicht, stilistisch ist dies trotzdem möglich. Man nennt dies den „Elativ“, eine Steigerungsform, die sich herkömmlicher Logik entzieht, um außergewöhnliche Höflichkeit, Entrüstung, Qualität, Trauer oder Demut auszudrücken. Der Elativ, auch „absoluter Superlativ“ …

  • 19 August

    Jogurt/Joghurt

    Die Rechtschreibreform hat häufig gebrauchte Fremdwörter der deutschen Schreibweise angepasst. In einigen Fällen sind dabei Buchstaben weggefallen, die keine phonetische Relevanz besaßen, wie das „h“ in Känguru(h). Die fremdsprachige Schreibweise „Joghurt“ ist nach wie vor die Hauptvariante, doch die deutsche Form „Jogurt“ eine zulässige Nebenvariante. Weitere Fälle sind: Katarrh/Katarr, Myrrhe/Myrre, Hämor- …

  • 19 August

    irgendwie total/-

    Aussagen wie „Das war irgendwie total strange“ oder „Ich hab den Max irgendwie total gern“ klingen irgendwie total bescheuert. Wer eine Meinung zu etwas hat und meint, diese artikulieren zu müssen, möge nach treffenden Worten suchen. „Total“ ist, wie „echt“, „voll“, „tierisch“ und „unheimlich“, ein verstärkendes Füllwort, „irgendwie“ hingegen entkräftet …

  • 19 August

    Hijacker/Entführer

    Neudeutsches Modewort, albernes Synonym für Entführer. Kein Drehbuch kann so schlecht sein, dass jemand in einer Entführungsszene über Handy seinen Angehörigen mitteilte, sein Flugzeug sei „in der Gewalt von Hijackern“. Von ähnlicher Hilflosigkeit zeugen die unübersetzten Begriffe Sniper (Heckenschütze), Warlord (Truppenführer), Airline (Fluggesellschaft) und Airport (Flughafen). 

  • 19 August

    Handy/Handys

    Foto: Postamt in Schwäbisch-Gmünd, 12.10.2005 (c) Bastian Sick  Das Wort „Handy“ hat tatsächlich einen englischen Ursprung. Im Zweiten Weltkrieg entwickelte die amerikanische Firma Motorola tragbare Funkgeräte, die sie „handie talkies“ nannte. Diese Bezeichnung setzte sich jedoch nicht durch, die Funkgeräte wurden stattdessen unter dem Namen Walkie-Talkie berühmt. Die ersten Netze …